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Der Verein

Das Private ist politisch

Mitte der 1970er Jahre prangerten Feministinnen in der BRD die ganz „gewöhnliche“ Männergewalt gegen Frauen an, skandalisierten sie öffentlich und schufen gleichzeitig praktische Abhilfe. Das Postulat Das Persönliche ist politisch war wichtiger Ausgangspunkt und handlungsleitend. Ausgehend von den persönlich erlebten und den strukturellen (Gewalt)Erfahrungen gründeten sie überall in West-Deutschland Frauenhausinitiativen mit dem Ziel Frauen(schutz)Häuser zu eröffnen.

Frauenhäusern in Hamburg

Auch in Hamburg gründete sich 1976 ein Verein Frauen helfen Frauen e.V. und richtete im darauf folgenden Jahr eines der ersten Frauenhäuser in der BRD ein. Schon bald zeigte sich, dass die bereitgestellte Anzahl von Zufluchtsplätzen völlig unzureichend war und das 2. Hamburger Frauenhaus wurde eröffnete. Nur einige Jahre später, 1979, entstand die Initiative des 3. Hamburger Frauenhauses, das 1982 eröffnet wurde.

Bis 2005 existierten in der Hansestadt sechs Frauenhäuser und vier in der näheren Umgebung. Diese Zufluchtsorte wurden und werden auch nach der Einführung des Gewaltschutzgesetzes (2002), das eine befristete Wegweisung gewalttätiger Männer aus der Wohnung vorsieht, bis zu ihren Kapazitätsgrenzen von schutzsuchenden Frauen genutzt.

Einsparungen

Trotz des anhaltenden Bedarfs beschloss der Hamburger Senat 2005 eine Kürzung der Zuwendung für die Frauenhäuser. Um die drohende Schließung des 1. Hamburger Frauenhauses zu verhindern, wurden in allen fünf Autonomen Hamburger Frauenhäusern Einsparungen und Umstrukturierungen vorgenommen. Eine der einschneidendsten Veränderungen war die Einsparung von 13 Plätzen für Schutz suchende Frauen in Hamburg und die Zusammenlegung des 1. und des 3. Frauenhauses an einem neuen Standort.

Das 1.&3. Hamburger Frauenhaus

Im Rahmen dieser Umstrukturierungen entstand Anfang 2006 der Verein Frauen helfen Frauen Hamburg e.V. Er ist der Zusammenschluss der Vereine Frauen helfen Frauen e.V. und 3. Frauenhaus Hamburg.

Noch im gleichen Jahr wurde gemeinsam das neue Haus mit insgesamt 61 Plätzen bezogen. Es bietet für die Schutzsuchenden einige Verbesserungen in der Wohn- und Lebensqualität. Es ist barrierefrei. Die Bewohnerinnen leben in Zweibettzimmern mit Bad. Zudem existiert ein separater Bereich, in dem auch Frauen mit Söhnen über 14 Jahren Schutz finden können, eine Ausnahme in den Hamburger Frauenhäusern.

 

Dokumentarfilm zur Entstehung des 1. Autonomen Frauenhauses in Hamburg

http://www.juli76-frauenhausfilm.de/